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Motorrad

Motorrad einwintern: Die Checkliste

Motorrad richtig einwintern: Was vor der Standzeit gemacht gehört, welche Fehler im Frühjahr teuer werden und warum die Batterie der Verlierer des Winters ist.

Ingo Freigang, Kfz-Meister 9 Min. Lesezeit

Die meisten Motorradschäden entstehen nicht beim Fahren, sondern beim Stehen. Vier bis fünf Monate Winterpause sind für ein Fahrzeug, das für Bewegung gebaut ist, eine Belastungsprobe: Feuchtigkeit, Kondenswasser, alternder Kraftstoff, eine Batterie ohne Nachschub. Wer die Maschine richtig einwintert, hat im Frühjahr eine Maschine statt einer Aufgabenliste.

Diese Checkliste ist die, nach der wir in Dortmund-Aplerbeck selbst vorgehen.

Vor der Pause: die Reihenfolge

1. Waschen und trocknen - vollständig

Klingt banal, ist der wichtigste Punkt. Salz, Insektenreste und Straßendreck sind hygroskopisch: Sie ziehen Feuchtigkeit an und halten sie monatelang genau da, wo sie nicht hingehört. Waschen Sie gründlich, und fahren Sie danach warm, damit die Restfeuchtigkeit aus Ritzen, Bremsen und Auspuff verdampft.

Danach die Metallflächen konservieren - Sprühwachs oder Korrosionsschutz auf Motor, Schrauben, Schweißnähte und die blanken Stellen. Auf Bremsscheiben und Reifen kommt nichts.

2. Ölwechsel - vorher, nicht nachher

Altöl ist nicht nur schmutzig, es ist sauer. Bei der Verbrennung entstehen Säuren, die im Öl landen. Über eine viermonatige Standzeit wirken sie auf Lagerschalen, Wellendichtringe und Dichtflächen ein.

Ein Ölwechsel vor der Pause ist deshalb die wirksamste Einzelmaßnahme, die Sie ergreifen können - und Sie starten im Frühjahr sofort. Was bei der Ölwahl zählt, gilt am Motorrad genauso wie am Auto und steht in unserem Öl-Ratgeber. Beim Motorrad kommt eine Besonderheit dazu: Bei Nasskupplungen ist die JASO-Freigabe zwingend, weil reibwertmindernde Additive die Kupplung rutschen lassen.

3. Kraftstoff: volltanken - außer beim Vergaser

Einspritzer: Tank randvoll. Weniger Luftraum bedeutet weniger Kondenswasser und weniger Rostfläche. Moderne Kraftstoffe mit Ethanolanteil ziehen zusätzlich Wasser - ein voller Tank minimiert die Kontaktfläche.

Vergaser: Tank ebenfalls voll, aber die Schwimmerkammern leer fahren oder ablassen. In der Kammer steht nur wenig Sprit, der über Monate verdunstet und einen klebrigen Rückstand hinterlässt. Die Folge im Frühjahr sind verstopfte Leerlaufdüsen und eine Maschine, die im Standgas nicht sauber läuft. Das gilt für viele klassische Motorräder und für die Vespa genauso.

4. Batterie - der häufigste Verlierer des Winters

Motorradbatterien sind klein und werden auch bei abgestelltem Fahrzeug durch Wegfahrsperre, Alarmanlage und Steuergeräte belastet. Fällt die Spannung unter eine kritische Schwelle, sulfatieren die Platten und die Kapazität ist dauerhaft weg.

Richtig gemacht:

  • Batterie an ein Erhaltungsladegerät mit Ladeautomatik anschließen - nicht an ein einfaches Ladegerät ohne Abschaltung
  • Alternativ ausbauen, kühl und frostfrei lagern, monatlich nachladen
  • Bei AGM- oder Lithium-Batterien darauf achten, dass das Ladegerät den passenden Modus hat - ein falsches Ladeprofil zerstört sie

5. Reifen, Kette, Bremsen

Reifen: Luftdruck etwa 0,5 bar über Sollwert, Maschine auf den Ständer, Räder entlastet. Reifenalter an der DOT-Nummer prüfen. Was beim Motorradreifen sonst zählt, steht in Motorrad-Reifen wechseln.

Kette: Reinigen, trocknen, kräftig fetten. Eine trockene Kette rostet in vier Monaten sichtbar an, eine gefettete überhaupt nicht.

Bremsen: Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch und zieht ganzjährig Wasser. Wechsel alle zwei Jahre ist Pflicht, nicht Empfehlung. Details in Motorradbremsen und Bremsflüssigkeit. Vor der Pause zusätzlich: Beläge und Scheiben ansehen, Sättel auf Leichtgängigkeit prüfen.

6. Der Abstellplatz

BedingungWarum
Trocken, gut belüftetStehende Feuchtigkeit ist der Hauptfeind
Möglichst frostfreiSchont Batterie, Dichtungen und Kunststoffe
Nicht direkt auf kaltem BetonKondenswasser schlägt von unten nieder - Holzplatte oder Matte darunter
Atmungsaktive AbdeckungEine Plastikplane erzeugt genau die Feuchtekammer, die Sie vermeiden wollen
Kein Heizungskeller mit TemperaturwechselnStändiges Auf und Ab lässt Kondenswasser entstehen

Der vierte Punkt ist der meistgemachte Fehler. Eine dichte Plane über einer nicht ganz trockenen Maschine ist schlimmer als gar keine Abdeckung.

Was Sie im Winter machen sollten - und was nicht

Nicht monatlich für fünf Minuten starten. Das ist ein weit verbreiteter Rat und er ist falsch: Der Motor wird nicht warm genug, um das Kondenswasser aus Öl und Auspuff auszutreiben. Sie bringen also Feuchtigkeit ins System und lassen sie dort stehen. Entweder richtig warmfahren - oder gar nicht anfassen.

Sinnvoll ist: Alle paar Wochen Batteriespannung kontrollieren, Räder ein Stück weiterdrehen, kurz nach Feuchtigkeitsspuren sehen.

Im Frühjahr: das Auswintern

  1. Batterie prüfen und einbauen, Ruhespannung messen
  2. Reifendruck auf Sollwert bringen, Reifen auf Standplatten und Risse prüfen
  3. Bremsen durchprüfen: Flüssigkeit, Beläge, Leichtgängigkeit der Sättel
  4. Kette spannen und schmieren, Ritzel und Kettenblatt auf Hakenbildung ansehen
  5. Flüssigkeitsstände und Dichtheit kontrollieren, Blick auf Gabelsimmerringe
  6. Erste Fahrt vorsichtig - Bremsen greifen nach Standzeit anders, Reifen brauchen Temperatur, und der Straßenbelag im März trägt noch Winterreste
  7. HU-Termin prüfen, falls die Plakette in der Standzeit fällig geworden ist - siehe Motorrad HU/AU

Der letzte Punkt betrifft viele mit Saisonkennzeichen: Die HU-Frist läuft weiter, auch wenn das Fahrzeug abgemeldet steht.

Warum vor der Pause und nicht im März

Weil im März alle gleichzeitig kommen. Das erste warme Wochenende füllt jede Motorradwerkstatt im Ruhrgebiet innerhalb von Tagen - und wer dann anruft, wartet Wochen auf einen Termin, während draußen die Sonne scheint.

Wer im Oktober oder November kommt, bekommt einen entspannten Termin, eine Maschine, die den Winter unbeschadet übersteht, und fährt im Frühjahr am ersten guten Tag los.

Saisonkennzeichen: was in der Pause trotzdem weiterläuft

Ein Saisonkennzeichen spart Steuer und Versicherung, ändert aber nicht alles:

  • Die HU-Frist läuft weiter. Wird die Plakette im Februar fällig und Ihre Saison beginnt im März, ist das Motorrad ab dem ersten Tag überfällig. Termin früh planen - siehe Motorrad HU/AU in Dortmund.
  • Außerhalb der Saison darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt werden. Garage, Hof oder Privatgrundstück sind Pflicht.
  • Die Ruheversicherung greift bei den meisten Versicherern automatisch und deckt Schäden am abgestellten Fahrzeug ab - Diebstahl, Brand, Sturm. Sie greift aber nur, wenn das Fahrzeug tatsächlich untergestellt ist.
  • Der Batteriewechsel in der Pause ist der beste Zeitpunkt - im Frühjahr ist der Terminkalender voll.

Die Winterpause-Checkliste zum Abhaken

SchrittErledigt wenn
Gründlich waschenSalz, Insekten und Straßendreck sind restlos runter
Warm fahren nach dem WaschenRestfeuchtigkeit aus Bremsen, Ritzen und Auspuff ist verdampft
Metallflächen konservierenMotor, Schrauben, blanke Stellen - Scheiben und Reifen bleiben frei
Ölwechsel mit FilterFrisches Öl mit passender JASO-Freigabe drin
Tank volltankenBei Vergasern zusätzlich Schwimmerkammern leer
Kühlmittel prüfenFrostschutz bis mindestens minus 25 Grad
Batterie an ErhaltungsladungLadegerät mit Automatik und passendem Modus
Reifendruck plus 0,5 barRäder möglichst entlastet auf dem Ständer
Kette reinigen und fettenKein blanker Stahl mehr sichtbar
Bremsflüssigkeit prüfenWechsel steht an, wenn zwei Jahre um sind
Abdeckung atmungsaktivKeine dichte Plane, keine Feuchtekammer
Papiere und HU-Termin prüfenBekannt, wann die Plakette fällig wird

Die drei Fehler, die uns im Frühjahr am häufigsten begegnen

Fehler 1: Monatlich kurz starten. Der verbreitetste gut gemeinte Rat und der schädlichste. Der Motor erreicht in fünf Minuten nicht die Temperatur, bei der Kondenswasser aus Öl und Auspuff verdampft. Sie bringen also frisches Wasser in die Anlage und lassen es dort stehen. Entweder richtig warmfahren - oder gar nicht anfassen.

Fehler 2: Dichte Plane über eine feuchte Maschine. Darunter entsteht ein Klima, das Chrom, Aluminium und Elektrik in einem Winter mehr altern lässt als drei Saisons Fahren. Wenn schon abdecken, dann atmungsaktiv - und nur über eine trockene Maschine.

Fehler 3: Batterie einfach abklemmen und liegen lassen. Sie entlädt sich auch abgeklemmt durch Selbstentladung. Fällt sie unter die kritische Spannung, sulfatiert sie irreversibel. Ein Erhaltungsladegerät kostet einmalig weniger als eine Batterie und hält Jahre.

Auswintern: der erste Ausritt

Die erste Fahrt im Frühjahr ist die mit dem höchsten Risiko der ganzen Saison. Drei Gründe:

  1. Der Reifen ist kalt und hart. Nach Monaten Standzeit braucht er Temperatur und mehrere Kilometer, bis er wieder anständig haftet. Was beim Motorradreifen sonst zählt, steht in Motorrad-Reifen wechseln.
  2. Die Bremse greift anders. Auf den Scheiben liegt Flugrost, die Beläge müssen wieder anlegen. Die ersten Bremsungen fühlen sich schwächer an - kalkulieren Sie das ein und bremsen Sie ein paar Mal bewusst ein. Details in Motorradbremsen.
  3. Sie selbst sind aus der Übung. Blickführung, Schräglagengefühl, Gefahreneinschätzung - das ist nach vier Monaten nicht auf dem Stand vom Oktober. Und der Straßenbelag trägt im März noch Splitt und Winterschäden.

Fahren Sie die ersten hundert Kilometer bewusst zurückhaltend. Die Landstraßen östlich von Dortmund Richtung Sauerland sind dafür ideal - übersichtlich, wenig Verkehr, und man merkt schnell, wo man steht.

Was wir vor und nach der Pause machen

Vor der Pause: Ölwechsel mit Filter, Bremsflüssigkeit nach Intervall, Kühlmittel prüfen, Reifen und Reifenalter beurteilen, Batterie testen, Kettensatz kontrollieren, komplette Sicht- und Funktionsdurchsicht. Auf Wunsch mit Wintervorbereitung inklusive Konservierung.

Nach der Pause: Batterie, Bremsen, Reifendruck, Kette, Flüssigkeiten, Beleuchtung - und die HU, falls sie fällig ist. Alles an einem Termin, damit Sie nicht zweimal kommen.

Wir arbeiten mit Gutmann-Motorraddiagnose und betreuen alle Hersteller, mit Schwerpunkt BMW Motorrad und Vespa; für Roller aller Marken siehe Roller-Reparatur in Dortmund. Was wir nicht annehmen, sagen wir vorher: keine Quads, keine China-Roller.

Wintervorbereitung in Dortmund-Aplerbeck

Wir betreuen Motorräder aller Hersteller, mit Schwerpunkt auf BMW Motorrad und Vespa, und arbeiten mit Gutmann-Diagnose für Motorräder. Ölwechsel, Bremsflüssigkeit, Reifen, Batterieprüfung, Kettensatz und die komplette Durchsicht vor der Pause - alles an einem Termin.

Köln-Berliner-Str. 101, 44287 Dortmund-Aplerbeck. Zentrale 0231 - 44 88 77, Motorrad und Vespa direkt unter 0176 - 15 06 05 05, WhatsApp 0151 5060 5040, Mo-Fr 08:00 bis 16:45 Uhr. Ein Hinweis, den wir offen sagen: Quads und China-Roller nehmen wir nicht an. Alles zu unserem Angebot auf zwei Rädern steht auf der Motorrad-Seite.

FAQ

Häufige Fragen dazu.

Voll- oder leertanken vor der Winterpause?

Volltanken. Ein voller Tank lässt kaum Luft und damit kaum Feuchtigkeit zu, die über den Winter kondensiert und den Tank von innen rosten lässt. Das gilt besonders für Stahltanks. Bei Vergasermaschinen dagegen gehören die Schwimmerkammern leer - dort steht der Sprit sonst monatelang und verharzt die Düsen.

Muss die Batterie wirklich raus?

Raus muss sie nicht zwingend, aber sie muss an ein Erhaltungsladegerät. Eine Motorradbatterie ist klein und entlädt sich über Wegfahrsperre und Steuergeräte auch im Stand. Fällt sie unter eine kritische Spannung, sulfatiert sie - und ist im Frühjahr nicht mehr zu retten. Ein Ladegerät mit Erhaltungsfunktion kostet einmalig weniger als eine Batterie.

Reifen platt stehen - stimmt das?

Ja, Standplatten gibt es. Erhöhen Sie den Luftdruck um etwa 0,5 bar über den Sollwert und stellen Sie die Maschine wenn möglich auf Ständer, sodass die Räder entlastet sind. Geht das nicht, drehen Sie die Räder alle paar Wochen ein Stück weiter. Und prüfen Sie das Reifenalter: Nach etwa sechs Jahren ist Gummi hart, egal wie viel Profil noch da ist.

Wann sollte ich zum Service - vor oder nach dem Winter?

Vorher. Ein Ölwechsel vor der Standzeit entfernt die Verbrennungsrückstände und Säuren aus dem Altöl, die sonst monatelang auf Lagern und Dichtungen einwirken. Und Sie haben im Frühjahr die volle Saison, statt in der Warteschlange zu stehen, wenn beim ersten Sonnenwochenende alle gleichzeitig anrufen.

Kann ich mein Motorrad bei Ihnen einlagern?

Sprechen Sie uns darauf an - was wir anbieten können, hängt vom Zeitpunkt und der verfügbaren Fläche ab. Fest zugesagt ist unser Service rund um die Wintervorbereitung: Ölwechsel, Bremsflüssigkeit, Reifen, Batterieprüfung und Durchsicht. Rufen Sie unter 0231 - 44 88 77 an, dann klären wir das konkret.